Elterntipps 

Kinder werden zu Sportmuffeln

Kinder verbringen immer mehr Zeit am Computer oder vor dem Fernseher - dies geht auf Kosten von Sport und Bewegung. Jedes dritte Kind in Deutschland verzichtet komplett auf Sport als Freizeitaktivität. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen forsa-Studie im Auftrag der Kinderschuhmarke Elefanten.

Die Befragung bei fast 800 Eltern mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren bestätigt, wovor Wissenschaftler schon lange warnen: Deutsche Kinder entwickeln sich immer mehr zu Sportmuffeln. Auch Kindergärten und Schulen tragen offenbar immer weniger zum Ausgleich dieses Defizits bei.

 "Wenn Kinder immer weniger Sport machen, sehe ich darin eine gefährliche Entwicklung, denn Sport ist ein elementarer Faktor für einen gesunden Körper und Geist", erklärt Professor Dr. Klaus Bös vom Institut für Sport und Sportwissenschaften der Universität Karlsruhe. Auch er hat in einer Studie herausgefunden: Die Beweglichkeit unserer Kinder hat im Laufe der letzten 30 Jahre deutlich nachgelassen!

Generell sind Sport und Bewegung bei Kindern rückläufig. Die forsa-Studie zeigt, dass sich fast 60 Prozent aller Kinder gar nicht oder weniger als eine Stunde pro Tag sportlich betätigen. Und auch das Toben an der frischen Luft ist heute bei den Kleinen nicht mehr angesagt. 36 Prozent der Kinder spielen im Durchschnitt weniger als eine Stunde draußen. Und 12 Prozent verzichten sogar vollständig darauf.

Beliebter in der Freizeit der Kinder sind heute Fernsehen und Computer. Fast 40 Prozent verbringen mindestens eine Stunde oder mehr an den elektronischen Geräten.

Bei den Kindern, die jedoch Sport treiben, sind die Ballsportarten nach wie vor ganz hoch im Kurs. Die Elefanten-Studie zeigt, dass sich jedes zweite sportbegeisterte Kind Fußball, Handball, Volleyball oder anderen Ballsportarten verschrieben hat. In der Beliebtheitsskala folgen Schwimmen (28 Prozent) und Turnen (26 Prozent). Positiv wirkt es sich aus, wenn die Eltern mit ihren Kindern Sport machen. Besonders beliebt sind Outdoor-Aktivitäten wie Wandern, Spazierengehen oder Radfahren. 74 Prozent der Eltern, die mit ihren Kindern zusammen Sport machen, entscheiden sich für diese Hobbys.

Eltern wollen abwechslungsreichen Sportunterricht

Ein Problem für viele Eltern ist jedoch, dass sie durch die Doppelbelastung in Beruf und Haushalt immer weniger Zeit haben, sich um Sport und Bewegung ihrer Kinder zu kümmern. Daher legen Eltern Wert darauf, dass Sport im Kindergarten oder in der Schule angeboten wird. So wünschen sich 57 Prozent der Befragten einen abwechslungsreichen Sportunterricht. 53 Prozent wollen für ihre Kinder attraktive Spielflächen an der Kindertagesstätte oder auf dem Schulhof. Die Praxis sieht jedoch anders aus!