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Fröbel-Kindergarten oder Waldorfpädagogik? Welcher Kindergarten ist der richtige?


"Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr." Dieses alte Sprichwort ist heute so aktuell wie damals! Kinder sind kleine Entdecker. Jeden Tag erkunden sie unsere Welt auf's Neue und wollen diese im wahrsten Sinne des Wortes be-greifen: Sie tasten, fühlen, riechen, schauen und saugen alle Reize ihrer Umgebung wissbegierig auf. Und genauso soll es auch sein!

Gerade in den ersten Lebensjahren finden zahlreiche Entwicklungsprozesse statt, die für das spätere Leben von großer Bedeutung sind. Deshalb kommt der frühkindlichen Bildung im Rahmen der verschiedenen Betreuungsangebote auch eine so große Bedeutung zu. Darüber hinaus erfüllen Kindergärten nicht nur einen wichtigen gesellschaftlichen Bildungsauftrag, sondern ermöglichen Eltern, beruflich aktiv zu bleiben und den finanziellen Background für ihr Familienleben zu sichern.

Das Angebot der verschiedenen Bildungseinrichtungen im Bereich der frühkindlichen Förderung ist jedoch sehr umfangreich. Neben den traditionellen Kindergärten in freier oder kommunaler Trägerschaft existieren zahlreiche Angebote, die sich durch unterschiedliche pädagogische Konzepte und philosophische Weltanschauungen unterscheiden. Dazu zählen z.B. die bekannten Waldorf-, Freinet- oder Fröbel-Kindergärten.

Doch was verbirgt sich hinter diesen Begriffen? Eltern sind hier oft ratlos und fühlen sich unsicher, wenn sie das für ihr Kind richtige Angebot wählen sollen. Für einen ersten Überblick haben wir deshalb die wichtigsten Varianten der Betreuungsangebote für Sie zusammengetragen.


Kindergarten: Ein Garten für das zarte Pflänzchen "Kind"!
Der erste Kindergarten wurde von Friedrich Fröbel (1782-1852) bereits im Jahr 1840 gegründet. Er gab der Betreuungseinrichtung auch seinen Namen, da er der für seine Zeit nahezu revolutionären Auffassung war, dass Kinder - ähnlich einer kleinen Pflanze - liebevoll in einem Garten gepflegt werden müssen, damit sie "wachsen und gedeihen". Heute ist der Kindergarten eine Betreuungseinrichtung für Kinder ab dem 3. Lebensjahr. Kindergärten werden entweder von freien Trägern (wie z.B. Kirchen oder Elterninitiativen) oder den Kommunen betrieben.

Weitere Infos finden Sie unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Kindergarten


Fröbel-Kindergarten: Im Spiel die Welt begreifen!
Die so genannten Fröbel-Kindergärten sind gemeinnützig und folgen der pädagogischen Lehre Friedrich Fröbels. Sie nutzen noch heute seine damals entwickelten Spiel- und Lernmaterialien. Besonders beliebt sind z.B. Spielzeuge in geometrischen Formen (wie Kugel, Zylinder, Würfel), die das Be-Greifen der Welt sowie die Entfaltung der Kreativität fördern sollen. Auch die Mutter- und Koselieder Fröbels sind heute noch sehr beliebt. Es gibt auch bilinguale Fröbel-Kindergärten, welche das Erlernen einer Fremdsprache von Kindesbeinen an ermöglichen soll.

Weitere Infos finden Sie unter: http://www.froebel-gruppe.de/


Montessori-Kinderhaus: "Hilf mir, es selbst zu tun!"
Der Grundansatz von Dr. Maria Montessori (1870-1952) und ihrem ersten Kinderhaus von 1907 bestand darin, die Entwicklung der Eigenkräfte des Kindes sowie seinen eigenen Willen zu fördern. Dabei soll den Kindern ermöglicht werden, die Welt frei und mit wenig Einschränkungen zu entdecken. So wählen Kinder in Montessori-Kindergärten selbst aus, womit und wie lange sie sich beschäftigen. Als Mittel hierzu wird die natürliche Bewegung gefördert und das Experimentieren und Entecken angeregt. Zielsetzung ist die Entwicklung der Persönlichkeit, Selbstständigkeit im Denken und Handeln sowie das eigenständige Lösen von Problemen.

Weitere Infos finden Sie unter: http://www.montessori-deutschland.de/


Freinet-Kindergärten: Kinder gestalten ihren Alltag selbst!
Ähnlich wie bei Maria Montessori möchten die nach dem französischen Dorfschullehrer Célstin Freinet (1896-1966)  benannten Kindergärten die selbstständige Entwicklung und Entfaltung von Kindern fördern. Im Gegensatz zum Montessori-Ansatz soll dies jedoch nicht in einem vorgegebenem Rahmen, sondern völlig losgelöst davon erfolgen. So beschließen z.B. die Kinder selbst den Tagesablauf oder leiten selbst Spiel- und Arbeitsgruppen. Schwerpunkt sind zudem handwerkliche Tätigkeiten, wie Töpfern, Holzarbeiten, aber auch Musik, Tanz und Theater haben einen wichtigen Stellenwert. Dabei ist weniger das Ergebnis, sondern vielmehr die Tätigkeit als pädagogisches Instrument zu verstehen. Ziele sind die freie Entfaltung der Persönlichkeit sowie das Erlernen von Verantwortung für sich selbst und andere.

Weitere Infos finden Sie unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Freinet-Pädagogik


Waldorf-Kindergärten: Lernen durch Nachahmung!
Die Waldorf-Pädagogik wurde von Rudolf Steiner (1861-1925) entwickelt und versteht sich als ganzheitliches Konzept, welches die kindliche Entwicklung von Körper, Geist und Seele gleichermaßen in den Focus rückt. Das Kind wird dabei als eigenständiges Individuum begriffen und nicht etwa als ein noch unfertiger Mensch. Phantasievolles "freies" Spielen mit Naturmaterialien (wie Muscheln, Steine, Holz), künstlerische Gestaltung, rhythmische Körperbewegung zu Musik oder das Nachspielen alltäglicher Situation stellen hier ein wichtiges Element dar. Die Erzieher haben zwar Vorbildcharakter und sollen den Kindern Halt und Unterstützung bieten, jedoch darf diese sanfte Form von Autorität niemals mit Zwang in Verbindung stehen. Vielmehr sollen die Erzieher die kindliche Nachahmung und das individuelle Lernen fördern.

Weitere Infos finden Sie unter: http://www.waldorfkindergarten.de/


Reggio-Kindergärten: Eine Kinderstadt im Kleinformat!
Die Reggio-Kindergärten verdanken ihren Namen engagierten Pädagogen der italienischen Stadt Reggio nell' Emilia, welche nach dem zweiten Weltkrieg ihren neuen erzieherischen Ansatz in kommunalen Tagesstätten entwickelten. Im Mittelpunkt stehen dabei das selbständige Gestalten und Experimentieren. Dabei werden den Kindern keine üblichen Spielzeuge angeboten, sondern einfache Elemente, wie Stoff, Wolle, Papier oder Draht. Aber auch Rollenspiele, bildende Kunst und Musik haben einen wichtigen Stellenwert. Kern der Erziehungsphilosophie ist die Annahme, dass das Kind mit seiner Wissbegierde und Kreativität Schöpfer seiner eigenen Entwicklung sein kann. Dabei sind die Kindergärten wie eine kleine Stadt aufgebaut: Auf der Piazza (ein zentraler Raum des Kindergartens) werden im Rahmen von Kinderkonferenzen gemeinsame Aktivitäten "demokratisch" diskutiert und verabschiedet.

Weitere Infos finden Sie unter: http://www.dialog-reggio.de/


Integrative Kindergärten: Gemeinsam sind wir stark!
Die Grundidee der integrativen Kindergärten besteht darin, dass altersentsprechend gut entwickelte Kinder mit Kindern gleichen Alters, welche körperliche oder geistige Entwicklungsrückstände aufweisen, gemeinsam in einer Einrichtung betreut werden. Die Zielsetzung besteht darin, gegenseitige Verantwortung, Toleranz und Respekt bereits in jungen Jahren zu erlernen. Um diesem nicht einfachen Anspruch gerecht zu werden, arbeiten in integrativen Einrichtungen nicht nur Erzieher, sondern u.a. auch Sonderpädagogen und Heilerzieher. Damit die Entwicklung beider Kindergruppen optimal verlaufen kann, gibt es sowohl gemeinsame Spiel- und Lernphasen als auch individuelle Betreuungsphasen. Das pädagogische Angebot ist nicht zuletzt aufgrund der verschiedenen Behinderungen weit gefächert. So werden häufig Musik-, Reit-, Spiel- oder Bewegungstherapien angeboten.


Weitere Infos finden Sie unter: http://www.bildungsserver.de

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