Laktoseintoleranz: Wenn Milch krank macht!
"Nein, ich mag keine Milch. Ich kriege davon Bauchschmerzen!" Haben Sie das auch schon einmal von Ihrem Kind gehört? Dann sollten Sie möglichst bald einen Kinderarzt aufsuchen, denn ca. 10 % - 15 % der Menschen leiden an einer sogenannten "Laktoseintoleranz", welche den Genuss von Milch und Milchprodukten zur Qual werden lässt.
Was bedeutet Laktoseintoleranz?
Milch enthält Milchzucker (=Laktose). Um diesen verdauen zu können, bedarf es des Enzyms "Laktase". Wird von unserem Körper nicht ausreichend Laktase produziert, kann der Milchzucker nicht aufgespalten und damit verdaulich gemacht werden. Es kommt zu Beschwerden, wie Bauschmerzen, Blähungen, Völlegefühl, Durchfall oder Übelkeit. In Kuh-, Schafs- und Ziegenmilch, Kondensmilch, Kaffeeweißer, Milchpulver und Frischkäse ist der größte Anteil an Milchzucker enthalten. Aber Vorsicht! Auch Produkte, wie Brot, Backwaren, Schokolade, Instant-Suppen, Wurst und -soßen können schon erhebliche Mengen an Milchzucker enthalten und ggf. Beschwerden auslösen. Aber es gibt auch unbedenkliche Milch-Produkte: Hartkäse zum Beispiel (wie Emmentaler, Bergkäse, Gouda oder Tilsiter) sind nahezu laktosefrei. Auch Joghurt oder Buttermilch werden meist gut vertragen, weil sie Milchsäurebakterien enthalten, die einen Teil des Milchzuckers in Milchsäure verwandeln.
Welche Formen von Laktoseintoleranz gibt es ?
Laktoseintoleranz kann in jedem Alter auftreten und nimmt mit dem Alter häufig zu, da die Fähigkeit der Laktasebildung abnimmt. Daher haben Erwachsene und insbesondere ältere Menschen häufig mit dieser Milchzuckerunverträglichkeit zu kämpfen. Es gibt jedoch auch eine angeborene Form der Laktoseintoleranz, so dass auch schon Babys und Kleinkinder davon betroffen sind und entsprechende Beschwerden zeigen können. Diese Form tritt aber eher selten auf. Bei der vorübergehenden Laktoseintoleranz liegt die Ursache in der noch nicht völlig ausgebildeten Darmschleimhaut des Kindes. Ab dem zwölften Monat, sofern die Darmschleimhaut vollständig aufgebaut ist, verschwindet diese Form jedoch in der Regel. Auch bei Darmerkrankungen, wie z.B. Magen-Darm-Infekten, Parasiten, diversen Entzündungen der Darmschleimhaut, kann es vorübergehend zu einer Störung der Milchzuckerspaltung kommen.Wie wird Laktoseintoleranz festgestellt?
Es gibt einen recht einfachen Selbstversuch. Versuchen Sie einfach für einige Tage, Milch und Milchprodukte konsequent zu vermeiden. Nehmen die körperlichen Beschwerden nach einigen Tagen ab, ist dies ein sicheres Indiz dafür, dass Milchzucker zuvor nicht vertragen wurde. Um sich ganz sicher zu sein, sollte man jedoch in jedem Fall einen entsprechenden Test beim Arzt durchführen lassen. Durch einen sogenannten H2-Atemtest kann sicher festgestellt werden, ob eine Laktoseintoleranz vorliegt und welches Ausmaß sie hat. Auch Gen-, Speichel- und Bluttest sind möglich und werden bereits von einigen Praxen durchgeführt.
Was kann ich tun?
Da es verschiedene Grade der Laktoseintoleranz gibt, d.h. manche Menschen haben nur eine leichte Intoleranz - manche eine hohe Intoleranz, müssen Milchprodukte unter Umständen zwar nicht gänzlich vermieden, dürfen zur Verhinderung von Beschwerden jedoch nur in reduzierter Menge verzehrt werden. Zudem gibt es auf dem Markt mittlerweile viele laktosefreie Lebensmittel (wie Käse, Joghurt, Quark, Sahne oder Säuglingsnahrung) zu kaufen. Auch das mittlerweile breite Angebot an Sojaprodukten, wie Sojamilch oder Sojapudding, ist laktosefrei und kann den Speiseplan daher sinnvoll ergänzen. Auch gibt es im Handel Tabletten, welche das fehlende Enzym Laktase enthalten und unterstützend zu den Mahlzeiten eingenommen werden können. Dies sollte man jedoch nicht auf eigene Faust tun, sondern zuvor mit einem entsprechenden Facharzt besprechen! Lassen Sie sich in jedem Fall vom Kinderarzt oder Hausarzt eingehend beraten!
Unser Tipp:
Da gerade Kinder einen hohen Kalziumbedarf haben, sollten Sie im Falle eines vorläufigen Verzichtes auf Milchprodukte besonders auf kalziumhaltige Lebensmittel achten. Dazu zählen z.B. Brokkoli, Grünkohl, Spinat, Mangold, Bananen oder Lauch.
Unsere Lieb-Links:
Wikipedia - Laktoseintoleranz
Ausführlich Infos zur Laktoseintoleranz sowie weiterführende Links und Literatur.
Bundesverband für Gesundheitsinformation u. Verbrauchschutz-Info Gesundheit e.V.
Liste mit verträglichen und unverträglichen Lebensmitteln bei Laktoseintoleranz.
Laktose-Net
Ausführliche Infos, Buchempfehlungen, Forum, Kochrezepte u.v.m.
Deutsches Ernähungsberatungs- und Informationsnetz
Lebenmittelliste mit Angabe des Laktosegehalts, alternative Produkte sowie weitere Infos zum Krankheitsbild.
Das Kochrezept
Infos, Expertengespräch, Erfahrungsbericht und laktosefreie Kochrezepte.
Laktonova
Viele Infos, Forum, Rezepte, Berichte, Tipps, Buchempfehlungen (auch zu Reizdarm, Histamin- und Fructose-Intoleranz).






